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 informierte in Ottersberg 

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07.12.‘18

Die Bürgerinitiative mobilisierte am 05.12. wohl um die 700 Bürger aus Ottersberg und Oyten in der Aula der Waldorfschule zu einer Informationsveranstaltung über die geplanten, jüngst aber abgesagten seismologischen Untersuchungen der DEA Deutsche Erdöl AG in den Landkreisen Osterholz, Verden und Diepholz.

Trotz der Rücknahme des DEA-Antrages beim Landesbergamt (LBEG) auf Grundlage des öffentlichen und politischen Drucks herrscht offensichtlich weiterhin ein großes Misstrauen in der Bevölkerung.
Bürgermeister Horst Hofmann erhielt auf der Bühne als Erster die Gelegenheit zur Stellungnahme, blieb in seinen Äußerungen aber eher vage. Der Veranstaltung könne er nicht länger beiwohnen, da er einen Termin im Finanzausschuss zur Haushaltsberatung wahrnehmen möchte. Ob er dort gebraucht würde, stellte er selbst infrage; hingehen wolle er aber.

Erfrischend anders präsentierte sich im Anschluss der Oytener Bürgermeister Manfred Cordes. Auch er hätte einen anderen Termin wahrnehmen können, ließ sich dort aber vertreten, weil ihm wichtig war, die eigene Haltung, die offen kommunizierte Entscheidung des Verwaltungsausschusses Oyten und die parteiübergreifende Ablehnung der DEA-Aktivitäten auch für die Zukunft klar zu artikulieren.
Außerdem erfuhr man, dass es im Vorfeld einen intensiven Austausch zwischen den Bürgermeistern aller betroffenen Gemeinden gegeben habe.

Er wollte selbstverständlich bis zum Ende an der Veranstaltung teilnehmen, um dazu beizutragen, die Umwelt für seine Kinder und Enkel lebenswert zu erhalten.

Auf dem Podium setzten sich Land- und Kreistagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD), Axel Miesner (CDU) und Helge Limburg (Bündnis90/Die Grünen) unmissverständlich dafür ein, den Umweltschutz zu priorisieren, den Schutz von Trinkwasser im Grundgesetz festzuschreiben und damit über jegliche wirtschaftliche Interessen bei der Ausbeutung von Bodenschätzen zu stellen.
Für die DEA zog sich Dr. Olaf Mager, Leiter Externe Kommunikation, auf die Position zurück, dass sein Unternehmen sich an Recht und Gesetz halte. Er entschuldigte sich für die in der Vergangenheit nicht vollumfassende Information der betroffenen Bürger. Man sei davon ausgegangen, dass man mit der Information der Landräte und Bürgermeister im Spätsommer seiner Pflicht genüge getan habe.
Solange die Landesregierung bestehende Gesetze nicht ändere, wolle die DEA auch weiterhin grundsätzlich ihr Geschäftsmodell umsetzen.
Man wolle künftig intensiver mit der Bevölkerung kommunizieren und nach Lösungen suchen.

Ob diese Aussage ernst zu nehmen ist, konnte bei der Beantwortung von Publikumsfragen in Zweifel gezogen werden. Zunächst wurde bekundet, dass alle gewonnenen Messergebnisse ausschließlich für die DEA genutzt würden und als Firmengeheimnisse bewahrt würden. Als dann zugestanden werden musste, dass auch das Bundesamt für Strahlenschutz Zugriff auf die Daten bekommt, wurde sehr durchsichtig argumentiert, dass es sich lediglich um Rohdaten ohne Aussagekraft handele, die nur seitens der DEA mit ihrem Fachwissen richtig interpretiert werden könnten.

Es darf als gesichert gelten, dass das Bundesamt im Zusammenhang mit der Suche nach Endlagerstätten ein hohes Interesse an den Messergebnissen hat, zumal auch in zahlreichen nicht mehr zu Förderzwecken genutzten Bohrlöchern im Kreis Rotenburg bereits in größerem Umfang strahlenbelastete Abfälle versenkt wurden.

Offene transparente Kommunikation geht anders Herr Dr. Mager!

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Übrigens:

"Wer nichts waget, der darf nichts hoffen."

Friedrich Schiler

Wer ist eigentlich:

Harald Steege

Vertriebsleiter, verheitratet, 3 Kinder
Harald Steege lebt seit 1990 in Ottersberg und kandidiert für den Gemeinderat und Ortsrat Otterstedt. Er ist Vorsitzender der FGBO.

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