Von Bienen 
 und Ottern 

FGBO diskutiert über Umweltschutzthemen

Foto: Uwe Dammann - alle Rechte vorbehalten

25.03.‘18

Von Uwe Dammann

Der Anfang ist gemacht: Zumindest bei den Besuchern der öffentlichen FGBO-Veranstaltung zu Umweltschutzthemen in Berkelmanns-Gasthof könnten die heimischen Gärten in diesem Jahr mit Bienen- und Insektenfreundlichen Blumen erblühen. „Schuld" daran ist die Ottersberger Gartenbaulehrerin Claudia Rabe, die auf Einladung der FGBO einen Vortrag zum Thema „BienenBlütenReich" gehalten hatte. Zuvor hatte sie mit Hilfe ihrer Schüler kleine und von Kinderhand liebevoll gestaltete Samentütchen unter den Gästen verteilt. So könnten, sofern alles gut geht, demnächst Wildblumen wie die Kornblume, das Weiße Labkraut, Moschus-Malve oder Gelbklee in den Ottersberger Gärten erblühen. Diese Blumen und viele andere, gelten als besonders gut geeignete Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge- und Wildbienen.

Immer weniger Bienen & Schmetterlinge

Zuvor hatte Claudia Rabe die rund 30 Zuhörer mit eindringlichen Worten darauf aufmerksam gemacht, dass die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in Deutschland stark gefährdet, aber als Blütenbestäuber für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren unersetzlich sind. Die Insekten finden auf Feldern und Wiesen schlicht immer weniger Nahrung. Aus diesem Grund warb die Gartenbaulehrerin für das Netzwerk Blühende Landschaft und die Initiative „BienenBlütenReich". Kommunale Einrichtungen können hier genau wie Privatleute eine Patenschaft übernehmen. Die Aktion „Blühpate werden!" biete jedem die Möglichkeit mit einem Patenschaftsbeitrag die Umsetzung von wertvollen Blühflächen zu fördern. Partner aus der Landwirtschaft, dem kommunalen Bereich und aus regionalen Initiativen legen die Flächen an und betreuen Sie für den Projektzeitraum. Das Netzwerk Blühende Landschaft übernimmt dabei vermittelnde, beratende und fördernde Funktion ein.

Blühpate: Ottersberger Verwaltung noch unentschieden

Über 50 Projektpartner haben in diesem Jahr insgesamt 312 495 m² Blühflächen in ganz Deutschland angelegt, aber es können natürlich noch immer mehr werden. In Ottersberg hatte die Lehrerin bereits in der Verwaltung vorgefühlt, ob die Gemeinde sich an dieser Patenschaft beteiligt und beispielsweise eine kommunale Fläche für einen bienenfreundliche Blütenwiese zur Verfügung stellt. Bisher ohne Ergebnis. Das Netzwerk „Blühende Landschaften" unterstützt die Partner dabei in der Bereitstellung von Saatgut, Beratung zu Anlage und Pflege der Blühflächen, mit Übernahme von Kosten für Bodenvorbereitung, z.B. Miete für Geräte, Bereitstellung von Infomaterial, Unterstützung bei Pressearbeit und Führungen.

Fairpachten

Der FGBO-Ratsherr Matthias Grabs hatte vor kurzem bereits einen Antrag eingebracht, der ähnliche Ziele wie das Netzwerk Blühende Landschaften verfolgt. Mit dem Antrag zum Thema Fairpachten sollte der Flecken Ottersberg die aktuellen und die zukünftigen Verträge von verpachteten landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde auf Möglichkeiten zum Erhalt der biologischen Vielfalt prüfen, fordert Grabs. Vertraglich vereinbart werden könnte etwa eine umweltschonende, ökologische Bewirtschaftung ohne Pestizide, das Anlegen von Ackerrandstreifen oder eine extensive Grünlandnutzung,

Otter auf dem Vormarsch

Als zweites, nicht minder interessantes Umweltthema, stand an dem Abend der Vortrag des langjährigen Ottersberger Landschaftswartes Wolfgang Dobers im Mittelpunkt. Dobers hatte seinen Stellvertreter Wolfgang Mohr mitgebracht. Gemeinsam kümmern sie sich ehrenamtlich im Auftrag des Landkreises um die Belange des Ottersberger Naturschutzes und sehen sich vor allem als Ansprechpartner für die Bürger in Naturschutz- und Landschaftsfragen. Die Bandbreite ist dabei groß. Wenn ein Bürger einen toten Kranich auf einen Acker entdeckt, wird der Landschaftswart genauso informiert, wie bei einer „wilden" Mülldeponie, erläuterte Dobers. Außerdem hat Dobers sein besonderes Augenmerk auf die sogenannte Otterkartierung gelegt. Das heißt, der Landschaftswart überprüft regelmäßig seit Jahren bestimmte Flussabschnitte der Wümme nach Tritt- und Kotspuren des Otters und ist sich demnach sicher, dass sich der Bestand des scheuen Ottersberger Wappentieres deutlich erhöht hat. Waren hier vor 15 Jahren nur vereinzelte Tiere auf „Wanderschaft" anzutreffen, sind heute schon wieder Otterfamilien beobachtet worden, die vermutlich ihren Nachwuchs an der Wümme aufziehen. Für Dobers ein klarer Indikator, dass sich durch die großflächige Renaturierung der Wümmewiesen und der Wümmeabschnitte die Lebensgrundlagen für den Otter in der hiesigen Region deutlich verbessert haben.

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Übrigens:

"An allen Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern."

Erich Kästner

Wer ist eigentlich:

Wilfried Mittendorf

Diplombiologe, geboren 1955, verheiratet, gebürtig aus Fischerhude und jetzt in Quelkhorn lebend.
Abitur in Bremen, Studium der Agrarwissenschaften und Biologie in Göttingen und Bremen.

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