FGBO unterstützt 
 das Wohnprojekt 
 „SchönWedder“ 

Julia Becke und Matthias Zillmer, Foto von Harald Steege (CC BY-NC 3.0 DE)

30.04.‘17

von Uwe Dammann

Jurten, die man ansonsten eher in der mongolischen Steppe finden kann, Wohnwagen oder andere Unterkünfte einfacher Art, sollen möglichst demnächst als ganzjähriges Wohnangebot für junge Menschen in Ottersberg zu finden sein. Das wünscht sich jedenfalls die Initiative mit dem schönen Namen „SchönWedder", die auf der jüngsten Sitzung der FGBO im Rektorhaus ihr alternatives Wohnprojekt vorstellte.

Treffen mit der FGBO

FGBO-Vorsitzender Wilfried Mittendorf hatte Matthias Zillmer und Julia Becker von der Initiative eingeladen, die engagiert ihr ungewöhnliches Projekt vorstellten. „Bedarf an so einem Wohnangebot ist in Ottersberg auf jeden Fall vorhanden", sagte Matthias Zillmer. Vor allem Studenten der Fachhochschule wohnen bereits heute in Bauwagen, die allerdings häufig vereinzelt auf privaten Grundstücken stehen. Die Vereinzelung soll im Wohnprojekt „SchönWedder" aufgehoben werden. Die Initiative benötigt ein etwa ein Hektar großes Gelände und will hier Unterkünfte für rund 15 bis 20 Menschen anbieten.

Flächen sind vorhanden

Eine Fläche – oder besser mittlerweile sogar zwei Grundstücke – hätte die Initiative zur Verfügung. Das favorisierte Gelände befindet sich in der Nähe der Fachhochschule an der Großen Straße. Im hinteren Bereich der Hochschule an einem Verbindungsweg Richtung Eckstever könnte die Initiative die benötigte Fläche pachten oder ankaufen. Ein weiteres Grundstück stände im Ortsteil Bahnhof direkt am Wiesenweg zur Verfügung. Hier hatte der Verein Bahnhof e. V. , zu dem auch das Projekt „SchönWedder" gehört, bereits in der Vergangenheit mehrfach Kulturveranstaltungen ausgerichtet. Laut Matthias Zillmer und Julia Becker wird von der Initiative aber das Grundstück an der Fachhochschule wegen seiner Lage und der Nähe zur Hochschule bevorzugt.

Ein Angebot für alle Ottersberger

Auf jeden Fall soll der Platz zu etwa einem Drittel öffentlich zugänglich gemacht werden. Dieser Bereich steht für Kulturveranstaltungen, wie kleinere Instrumentalkonzerte und Theateraufführungen zur Verfügung. Die anderen zwei Drittel bleiben den Bewohnern vorbehalten. Neben den Unterkünften, die auch durch Sträucher eingefriedet werden können, soll es hier zentrale Treffpunkte geben. Beispielsweise eine größere Jurte, die als Gemeinschaftsraum dient. Auch kleinere Werkstätten sind geplant.

Auch für Infrastruktur wird gesorgt

Für Trinkwasser und Strom sollen zu Beginn provisorische Lösungen geschaffen werden, die aber in naher Zukunft mit Leitungen, alternativen Versorgungen wie einem Brunnen oder Solaranlagen optimiert werden. Komposttoiletten und ein Schilfklärwerk können das Abwassersystem ergänzen oder gar ersetzen. „Mit Komposttoiletten hat man in ähnlichen, alternativen Wohnprojekten sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Zillmer. Mittelfristig sei außerdem daran gedacht, einen Gemeinschaftsgarten anzulegen, um eigenes Gemüse anzubauen. Grundsätzlich geht es der Initiative darum, ein alternatives Wohnprojekt zu schaffen, das soziale, ökologische und kulturelle Aspekte miteinander verbindet. „Es werden sich dort Menschen ansiedeln, die umweltschonend und naturverbunden leben wollen", warben Zillmer und Julia Becker für das Projekt, das bereits seit zwei Jahren in Planung ist.

Die Politik ist gefragt

Um das Vorhaben nun zügig voranzubringen, wünscht sich die Initiative tatkräftige Unterstützung aus der Politik, die zumindest auf der Mitgliederversammlung der FGBO signalisiert wurde. „Wir begrüßen das Projekt, das sehr gut zum Flecken Ottersberg passt", sagte FGBO-Fraktionsvorsitzender Tim Weber. Das Thema soll in einer der nächsten Sitzungen des Verwaltungsausschusses konkreter besprochen werden und auch für den Bauausschuss könnte zeitnah ein Antrag formuliert werden, der die Genehmigung des Wohnprojektes durch die Gemeinde voranbringt.

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Übrigens:

"An allen Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern."

Erich Kästner

Wer ist eigentlich:

Nils Reineke

Seit 2008 Lehrer an der Kooperativen Gesamtschule Tarmstedt, Jahrgang 1981, verheiratet. Seit 2015 Mitglied in der FGBO.
Zunächst in Posthausen lebt er nun in Quelkhorn. Er ist in einigen Jagdgebrauchs- hundevereinen aktiv und ist Jagdhornbläser in der Bläser- gruppe Fischerhude West.